Jeder Fan einer Mannschaft behauptet, dass seine Fangemeinde die besten der Welt sind. Da schaut man auf durch die rosarote Brille der eigenen Mannschaft. Dennoch sollte man stark unterscheiden, was diese Fangemeinde bringt bzw. unternimmt.
In meinen Texten vorher habe ich immer wieder versucht, die Fans von Eskisehirspor den Fussballfreunden in Deutschland näher zu bringen. In der Regel denkt man, dass die Fussballfreunde in der Türkei sehr frenetisch sind und sehr heißblütig. Das ist bestimmt der Fall, doch ist dieses nicht nur der Fall. Wenn man durch die Fanszene in der Welt sich mal umschaut, wird man überall Fanszenen finden, die mehr oder weniger Fanatisch sind. Mittlerweile bzw. in den letzten Jahren hat sich einiges in der Türkei verändert. Nicht nur wirtschaftlich ändert sich dieses Land, auch in der Fußballwelt werden Veränderungen sichtbar. So wollen die meißten Besucher der Spiele unterhalten werden. Man akzeptiert endlich, dass im Sport es immer Siege, Niederlagen und auch Remis gibt. Allein diese Ansicht hat die Fußballfreunde weiter gebracht. So war es in der jungen Vergangenheit noch der Regelfall, dass Fans der Istanbuler Mannschaften bei einer Niederlage ihrer Lieblinge die Mannschaft attakiert hat oder handgreiflich wurden. Doch in den letzten Jahren kann man sehen, dass diese Mannschaften das verlieren gelernt haben und mit ihnen die Fans. Man akzeptiert die Niederlage als solches an. Ich muss hier noch sagen, dass keinem Fan die Niederlage gleichgültig ist, nur ist man nicht gleich aggressiv. Man erwartet, dass die Mannschaft sich gegen die Niederlage stemmt und eine eigene Fußballphilosophie entwickelt. Vor Jahren war es undenkbar, dass die Spieler der Mannschaft, die als Verlierer vom Platz geht auf die eigenen Fans zugeht und ihnen applaudiert. Auch will der Fan in der Türkei für sein Geld auch ein gutes Spiel sehen. Früher war es egal, wie die eigene Mannschaft gewinnt, heute will man neben einem guten Spiel auch ein schönes Spiel in einem schönen Stadion haben. Leider hat die EURO 2016 keine EM in die Türkei gebracht, doch ist man guter Dinge, dass man die EURO 2020 bekommen wird. Man will vorher die Stadien modernisieren. Bursa hat schon den Startschuss für ein neues Stadion gegeben, Antalya steht kurz davor und Eskisehir diskuttiert immer noch, wo man das Stadion hinbaut. Mit der Modernisierung bzw. neuen Stadien wird der Fußball in der Türkei einen Quantensprung machen. Die Fanentwicklung wird weiter den positivien Weg gehen, die Mannschaften werden auf einem besseren Grün einen schöneren Fußball spielen und somit wird der Fußball, als Unterhaltungsmaschinerie ihren Weg und ihren Ertrag erhöhen.
Wie auf den Videos zu sehen ist, wird die Stimmung vor dem Anpfiff durch unsere Fans verursacht. Nicht wie in der Bundesliga üblich, wird die Stimmung von einem Song der aktuellen Charts beeinflusst, sondern durch Bandoeses.
So sehr man die positive Entwicklung lobt, so sehr fehlen noch einige Modernisierungen. Die Gewalt muss aus dem Fußball, dafür wird ein Gesetz sorgen, welches derzeit von der Regierung vorbereitet wird. Dieses Gesetzt wird dafür sorgen, dass die positive Entwicklung weiter beschleunigt wird. Was mir als Fan von Eskisehirspor unsinnig erscheint, ist das Verhalten der Heimmannschaften gegenüber Bandoeses. Wie in meinen Berichten vorher berichtet, ist Bandoeses eine Gruppe von Akademikern, Lehrern und ganz normalen Fans, die sich als Musikgruppe die positive Stimmung auf den Rängen zu fördern. So ist es ein Ereignis, zu den Spielen in Eskisehir zu gehen, um diese Stimmung die Bandoeses fördert und produziert zu sehen. Leider können wir diese Stimmung nur in den Heimspielen von Eskisehirspor sehen, zu den Auswärtsspielen wird der Gruppe der Eintritt mit ihren Instrumenten verweigert. Dieses muss ein Ende haben. Denn diese Gruppe hat Vorbildcharakter und fördert die positive Stimmung auf den Rängen und sorgt für Unterhaltung. Durch ihren positiven Einfluss werden in dem ein oder anderem Stadion auch eine eigene Blasskapelle gegründet, aktuell bei Antalya, doch sollte man diesen Gruppen den Eintritt zu den Auswärtsspiele gewehren, wodurch mehr Stimmung verursacht wird.
Bisschen Bundesliga in Anatolien
Eskisehirspor hat in den Partien gegen Galatasaray und Bursa aus 6 Punkten nur eines geholt. Was dazu führt, das man wohl den Zug Richtung Europa wohl verpasst. Die erste Halbzeit gegen Galatasaray war eine desolate Vorstellung. Mit einem 0:3 ging man in die Kabine, zwar konnte man in der 2. Halbzeit das Ergebniss etwas annähmlicher gestallten doch stand am Ende ein 2:4. Galatasaray spielte ihren besten Fußball in den letzten Wochen und konnte verdient die 3 Punkte behalten. Gegen Bursa war es dagegen anders. Von der 1. Minute an war Eskisehirspor präsent und drückte auf den Sieg. Ein tolles Spiel beider Mannschaften, das alles hatte was man von einem Derby erwartet. Bursa ging mit einer 1:0 Führung zwar in die Pause, doch Eskisehirspor drückte und kam zwar etwas glücklich durch einen Elfmeter zum Ausgleich, dennoch steht unter dem Strich ein Punkt, welches mehr als Verdient war.
Der dünne Kader macht den Fans von EsEs sorgen, denn mit der Roten Karte für Batuhan hat sich dieser einen Bärendienst für die Mannschaft geleistet. Mit einer Tätlichkeit wurde dieser berechtigt vom Feld verwiesen. Nun wird der Oldie Ümit Karan versuchen die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Als Backup steht ihm Serdar Özbayraktar zur Verfügung, der aber limittierte Fähigkeiten besitzt.
Im allgemeinen fragt man sich, warum sich der Verein nicht in der Winterpause verstärkt hat. Im Sturm drück der Schuh und man schickt den undisziplinierten Jaycee in die Wüste und leiht zudem den Puplikumsliebling Adem Sari nach Denizli in die 2. Liga aus. Warum man dieses gemacht hat, wird wohl immer ein Rätsel bleiben.
Zur allgemeinen Lage der türkischen Liga kann man sagen, dass die Meisterschaft ziemlich spannend ist. 3 Mannschaften kämpfen um die Pole Position und werden wohl die Meisterschaft unter sich ausmachen. Trabzon kam schwer aus den Startlöchern und büsste Punkte gegenüber den Verfolgern aus Bursa und Fenerbahce ein. Die Mannschaft der Stunde ist auch Fenerbahce, die eine Siegesserie von 5 Siegen in Folge ablegten und somit das Momentum für sich haben. Besiktas dagegen ist auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Mit den Starspielern Almeida, Simao und Fernandez wurde der gute Kader zum Starensemble geführt. Doch die letzten Spiele waren eine Zumutung. Gegen Karabük nur ein 1:1 in Istanbul und dann die Niederlage in Ankara. Zudem wurder der Kapitän Ibrahim Üzülmez nach einer Rangelei in der Halbzeit fristlos gekündigt.
Im allgemeinen macht die Süperlig dennoch Spass, da man nicht wissen kann, wer gegen wen gewinnt. Ein bisschen Bundesliga in Anatolien. Die Anatolischen Clubs aus Bursa, Trabzon, Kayseri und Co mischen die Liga nicht nur diese Saison auf. Durch kluge Einkäufe wurden die Mannschaften verstärkt und als Kollektiv treten diese Teams auch auf. Wie Bursa letzte Saison, sind nicht einzelner Spieler die diese Teams in den Fokus der Öffentlichkeit geführt haben. Ich würde mich von der schreibenden Zunft in Deutschland und der Türkei mehr interesse für die sogenannten kleinen Clubs in der Türkei wünschen. Denn es passiert sehr viel dort und die Zukunft der Liga ändert sich stark. So wird man in den nächsten Jahren noch verschieden Clubs um die Meisterschaft spielen sehen. Zudem ist Farbenpracht der Fans in Anatolien wie in Bursa oder Eskisehirspor eine sehenswerte Show.